AG Floriographie

Profil:

Blumen sind in fast allen Kulturbereichen gegenwärtig und bergen bei näherer Betrachtungen eine kaum zu überblickende Vielfalt an Figurationen und Metaphern. In Mythen und Märchen, kultischen und religiösen Praktiken, in Poetik und Rhetorik, Ökonomie und Handelsgeschichten sowie der Mode taucht die Blume immer wieder an Schlüsselstellen auf. Sie vermittelt zwischen Natur und Kultur, zwischen dem Heimischen und dem Exotisch-Bizarren und ist Exempel für Schön­heit und Hinweis auf Vergänglichkeit. An ein vermeintlich neben­säch­liches Objekt wie die Blume lassen sich so zentrale Fragen der Wissens- und Kulturgeschichte adressieren. Die Arbeitsgruppe „Floriographie“ bietet ein Diskussionsforum für Untersuchungen aus den unterschiedlichsten Disziplinen – Wissenschaftsgeschichte, Kunst­wissen­schaft, Literaturwissenschaft, Tanzwissenschaft, Philosophie, Kulturwissenschaft, Postcolonial Studies u. a. – deren Gegenstand die Blume ist.

Gründungsmitglieder:

  • Dr. Isabel Kranz leitet seit September 2016 das Forschungsprojekt „Literarische Botanik. Pflanzen als Wissensfiguren, 1700 bis 2000“ an der Universität Wien (finanziert von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung).
  • Alexander Schwan ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum für Bewegungsforschung am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin. Er studierte Ev. Theologie, Judaistik und Philosophie in Heidelberg, Jerusalem und Berlin sowie Theaterregie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs Schriftbildlichkeit promoviert er an der Freien Universität Berlin über „Tanz als Schrift im Raum“. Forschungsschwerpunkte: Postmoderne und zeitgenössische Choreographie, Tanz und Religion, Ballets Russes. Mit Blick auf Blumen widmet er sich der Beziehung zwischen biblischem Vergänglichkeitstopos und der Arbitrarität floriographischer Codierung.
  • Eike Wittrock ist promovierter Tanzwissenschaftler und Dramaturg. In seiner Dissertation zu „Arabesken. Das Ornamentale des Balletts im frühen 19. Jahrhundert“ hat er florale Motive und Pflanzenornamentik im Ballett untersucht. Derzeit erforscht er im Rahmen des DFG-Forschungsprojekts „Bilder von Bewegung. Tanzfotografie 1900-1920“ Blumentänze der frühen Moderne. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet er als freier Dramaturg für das HAU Berlin, Internationales Sommerfestival Kampnagel und das Theater Freiburg.

Weitere Mitglieder:

  • Melanie Eva Boehi is a PhD-student at the Centre for African Studies Basel, member of the Basel Graduate School of History and Fellow of the Franz Humer Foundation. She completed an MA in History at the University of the Western Cape in 2011 with an emphasis in visual history and museum and heritage studies. Her interests further concern the history of science, knowledge production and African urban studies. Boehi’s PhD-work (2012–2015) is concerned with the history of the South African botanical complex. It examines the entanglements of botany, horticulture and floriculture and the making of urban space in South Africa in the 20th century. It explores how flowers, floral spaces and practices can contribute to our understanding of history in South Africa and beyond. Boehi is also the curator of the Floriography playlist.
  • Dr. Nils Güttler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Wissenschaftsforschung an der ETH Zürich. Er hat 2012 an der Humboldt-Universität zu Berlin im Fach Neuere und Neueste Geschichte zum Thema „Botanische Weltbilder. Kartographisches Denken und frühe Ökologie“ promoviert. Gefördert wurde seine Promotion von der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Von 2008 bis 2011 war er „Visiting Predoctoral Research Fellow“ am Max-Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin in der Abteilung II: Prof. Lorraine Daston sowie assoziierter Doktorand am DFG-Graduiertenkolleg „Schriftbildlichkeit“, Freie Universität Berlin. Forschungs- und Studienaufenthalt u. a. in Cambridge und an der Uppsala Universitet. Seine Forschungsinteressen sind die Visualisierung und die Verräumlichung von Wissen; die Geschichte der Lebenswissenschaften, insbesondere der Biogeographie und Ökologie; Umweltgeschichte; die Popularisierung von Wissen sowie die Geschichte der Publizistik.
  • Dr. Alexandra Heimes ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Neuere deutsche Literaturwissenschaft der  Goethe-Universität Frankfurt/Main. Als Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Lebensformen und Lebenswissen” (Potsdam und Frankfurt/Oder) hat sie über Ästhetik und Epistemologie in Goethes Naturwissenschaft promoviert. Zur Zeit arbeitet sie an ihrer Habilitation mit dem Arbeitstitel „Geschichte und Schicksal. Das Tragische in der Moderne”. Seit 2009 Mitherausgeberin des August Verlags, Berlin.
  • Chonja Lee, M. A., arbeitet an einer Dissertation zu Bildern der Pflanzenseele in Malerei, Tanz und Film Frankreichs um 1900. Sie ist Doktorandin an der Universität Zürich und Stipendiatin des Schweizerischen Nationalfonds. 2013 ist sie Gastforscherin am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris und an der Princeton University (NJ). Von 2009 bis 2012 war sie Stipendiatin des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) im Fokus Projekt „Kunst um 1900“ von Prof. Dr. Oskar Bätschmann und von 2008 bis 2009 Assistentin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Dario Gamboni an der Universität Genf.
    Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet sie als Kunstvermittlerin für das Museum Rietberg und als freie Journalistin für die „NZZ am Sonntag“. Sie ist Präsidentin von Art History Alumni UZH und Vize-Präsidentin von articulations, dem Schweizer Verein für den kunsthistorischen Nachwuchs.